1866
-
1882
-
1924
-
1937
-
1945
-
1951
-
1994
-
2002
-
2017
      
Neueste Sichtungen:

ES 64 F4 am 19.11.16, 11:44 in Ew

Auswahl
· Startseite
· Bf. Zeuthen an der BGE

Der Ort Zeuthen
· Historisches
· Zeuthen gestern + heute
· Miersdorf gestern + heute

Der Bahnhof
· Historisches
· Bahnhofs-Ansichten
· Der Bahnhof heute
· Der Bahnhof im Modell
· Luftbild


Archiv
· Bilder-Galerie
· Quellen-Verzeichnis
· Links

Service
· Impressum

suchen

Who's Online
9 Besucher / 0 Mitglieder
· Anmeldung


Aktuelles
· Fahrpläne, Tickets, Tarife ...
logo
logo
logo
db-logo - Fahrplanänderungen
db-logo - Pressemeldungen
db-logo - Presseportal Berlin
db-logo - Aktuelle Verkehrslage
db-logo - Bahnhofs-Fahrpläne
db-logo - Bilddatenbank
db-logo - Museum
 BahnTV-logo  Programm

logo
logo
db-logo - Fahrplanänderungen

· Stadtpläne / Routenplaner:
 logo - OpenStreetMap
 logo - Google Maps
 logo - Bing Luftbilder

Görlitzer Bahn - News
10.12.2016
Sonderfahrt "Berin macht Dampf" zum Weihnachtsmarkt i ...

07.12.2016
Presseinformation DBAG: Lückenschluss zwischen Deutschland und ...

06.12.2016
Presseinformation DBAG: Fahrplanwechsel im Dezember ...

Kleiner geschichtlicher Exkurs 

  (5301 Aufrufe)    druckerfreundliche Ansicht  


In Fontanes Roman "Irrungen Wirrungen" fragt der Ausflügler den Wirt auf "Hankels Ablage" (heute Zeuthen zugehörig) nach dem Grund für den irreführenden Namen, wo er doch von der "Schönheit und Einsamkeit" des Ortes "ware Wunderdinge gehört habe":"Nun, wir können auch sagen: Aus-und Einladestelle.Das ganze Stück hier herum... war nämlich immer ein großes Dominium und hieß unter dem Alten Fritz und auch früher schon unter dem Soldatenkönig die `Herrschaft Wusterhausen`. Und es gehörten wohl an die dreißig Dörfer dazu, samt Forst und Heide... die schafften natürlich was und brauchten was, oder was dasselbe sagen will, sie hatten Ausfuhr und Einfuhr, und für beides brauchten sie von Anfang an einen Hafen- oder Stapelplatz und konnte nur noch zweifelhaft sein,welche Stelle man dafür wählen würde. Da wählten sie diese Bucht hier... und weil der Fischer, der damals hier wohnte, beiläufig mein Ahnherr, Hankel hieß, so hatten wir `Hankels Ablage`."


Zeuthen liegt am Rande des Teltow, eines Plateaus, das die Eiszeit hinterließ. Die Ortschaft erstreckt sich entlang des Zeuthener Sees, der von der Dahme - vorzeithen Wendisch Spree genannt - durchflossen wird.


Die Geschichte Zeuthens ist eigentlich die Geschichte dreier Orte: Miersdorf, Zeuthen und Gehrsdorf. Alle drei werden im Landbuch Kaiser Karls IV.beschrieben.Gersdorf oder Gerhardsdorf ist letztmalig 1860, da schon als Försterei Wüstemark, erwähnt.1957 legte man Miersdorf mit Zeuthen zusammen. Seither bilden die Ortschaften unter dem Namen Zeuthen eine Gemeinde.Daß der Ort Zeuthen aus slawischer Wurzel hervorging, davon Kündet schon der Ortsname. Czyten oder Czuten (1375) stammt aus dem Urslawischen"sutn" und bedeutet: gerüttelt voll, schütten, Schotter, wobei an Ablagerungen zu denken ist, zu denen es zweifellos beim Einfluß der Dahme in den Großen Zug gekommen ist.Slawische Siedler ließen sich im 7.und 8. Jahrhundert durch friedliche Landnahme in dem durch die Völkerwanderung ausgedünnten Landstrich in der heutigen Dorfaue nieder. Sie betrieben nach slawischen Habitus Fischerei und Zeidelwirtschaft (Bienenzucht). Keine typischen Beschäftigungen für germnische Stämme. Ganz anders sah es dagegen im benachbarten Miersdorf aus. Es trägt zwar einen slawisch -deutschen Mischnamen (slaw.:mir, mirz gleich frieden und - torpp, -dorp, -dorf. Frühere Namen lauteten Mirenstorpp, Myrenstorff.), doch existiert der Ort seit dem 14.Jahrhundert mit vierzig Hufen und einer Kirche als echtes Bauerndorf auf der mehr oder weniger ertragreichen Teltowplatte. Der Miersdorfer Bauer bewirtschaftete durchschnittlich zwischen zwei und drei Hufen, was einer Ackerfläche von 120 bis 180 Morgen entsprach. Nach dem Bischof Apetzko aus Berlin übernahmen die Enderlins die Herrschaft über Miersdorf und Zeuthen. Von diesem Geschlecht existiert noch ein Wappen mit brandenburgischen Farben. Ein Enderlin verkaufte im Jahre 1496 "dat gantze dorp Züthen op dem Teltow bei Myrendorp" an Peter Brakawe in Berlin für "Hunder Und then (110) Mergkische Schock".


Im 15. Jahrhundert setzte ein Wüstungsprozeß ein. Die Ursachen waren mannigfaltig: Fehler bei der Dorfgründung, klimatisch bedingte Mißernten, Krankheiten , kriegerische Auseinandersetzungen und andere Plagen. Aber auch das Bauernlegen konnte zur Wüstung führen, denn manche Ritter oder Gutsherren jagten die Bauern auf und davon und nahmen sich deren Land. Einer dieser Gründe traf wohl auch auf Gerhardsdorf zu. In Miersdorf blieben nur vier Bauern und drei Kossäten übrig. Wärend des Dreißigjährigen Krieges urde Zeuthen bis auf einen Hof zerstört, und erst 1652 finden wir hier wieder einen Kossäten.


Im 19.Jahrhundert gehören die Kolonien Rauchfangswerder und Schmöckwitzwerder zum Dorf Zeuthen. Zu Miersdorf zählte indes die Kolonie Wüstemark/Gersdorf, deren Kirche als Mutterkirche der Tochterkirchen von Zeuthen und Schmöckwitz bezeichnet wurde. Die rechteckige Feldsteinkirche zu Miersdorf ist in das 13./14. Jahrhundert zu datieren. 1710 wurde sie umfassend erneuert, im 19.Jahrhundert umgebaut und der Turm erhöht Heute ist der schlicht-schöne Bau zu den ältesten Feldsteinkirchen auf dem Teltow. Im Jahre 1789 erhielt Friedrich Hankel ein Grundstück in Erbpacht und errichtete später am Ufer die Ablage für Holz und Steine. Theodor fontane verbrachte einige Zeit in Hankels Ablage und vollendete hier seinen Roman "Irrungen-Wirrungen", in dem er Zeuthen ein literarisches Denkmal setzte.


Nach 1870 setzte in beiden Orten eine schnelle Entwicklung ein. Berliner Kaufleute und Unternehmer zog es "ins Grüne" und an das Wasser. Ein Zeuthener Seglerverein und ein Yachtclub gründeten sich, und die ersten Villen entstanden am See. Das eindruckvollste Gebäude aus dieser Zeit ist zweifelslos die Hertzog-Villa. Doch auch andere Häuser , die die Seestraße säumen, zeugen auch heute noch vom opulenten Besitzstand der damaligen Bauherren.


Die Eisenbahn nahm 1866 ihren Betrieb auf und fuhr vom Görlitzer Bahnhof in Berlin nach Görlitz. Ein Haltepunkt namens "Hankels-Ablage" wurde von August Hankel erkämpft. Nun mußten die Siedler und Bewohner nicht mehr von Königs Wusterhausen zurücklaufen. Eine schnelle Verbindung wurde hergestellt.


Um die Jahrhundertwende begann die Zeit der findigen Makler. Sie setzten sich mit den Zeuthener und Miersdorfer Grundbesitzern ins Benehmen, kauften Grund und Boden, parzellierten das Land und verkauften die inzelnen Stücke als Bauland. Die Makler Schrobsdorf und Laszlo, die Berlin-Karlsruher-Industriewerke, der Gutsbesitzer Israel und die Gemeinde stelleten Bebauungspläne auf. Die Grundstücksgrößen lagen zwischen 800 und 1200 qmpro Parzelle. Straßenführungen wurden geplant, selbst ein kurparkähnliches Gelände zwischen Miersdorf und Wildau mit einem ausgebauten Seebad am Zeuthener See war vorgesehen. So entstanden mit der Zeit die einzelnen Ortslagen Bayrisches Viertel, Flußviertel, Heideberg, Waldidyll, Hochland und Falkenhorst.


In den zwanziger und dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts begann die Besiedlung. So wuchs die Einwohnerzahl Zeuthens von 168 im Jahr 1868 auf über 2000 im Jahr 1925 und auf 4000 im Jahr 1939 an. Miersdorf entwickelte sich etwas später. 1900 waren es noch 500 Einwohner , 1931 schon 1200, und 1939 bewohnten 4258 Miersdorfer Ihren Ort.


Für alle Einwohner reichte die kleine Dorfkirche in Miersdorf nicht mehr aus. Die Zeuthener wollten ein eigenes Gotteshaus. In den Jahren 1913/14 entstand die Martin Luther-Kirche, eine der letzten Jugendstilkirchen Deutschlands.


Auch die schulischen Verhältnisse wurden in den Jahren verbessert. Die 1901 gebaute Schule in Zeuthen konnte die wachsende Zahl der Schüler nicht mehr fassen. Behelfslösungen, wie der Anbau ener Baracke, waren unbefriedigend. Daher beschloss die Gemeinde, eine neue Schule zu bauen. 1932 wurde der Backsteinbau eingeweiht. Die alte Schule wurde zum Rathaus umfunktioniert. Die Miersdorfer erweiterten lediglich ihre alte Schule, errichteten aber dfür im Jahr 1937 ein neues Rathaus.Die weiteren Bebauungsabsichten für Miersdorf konnten durch die Vorbereitungen auf den Krieg nicht mehr realisiert werden.


Die beiden Gemeinden bildeten ganz unterschiedliche Bevölkerungsstruckturen heraus. Zeuthen galt immer schon als das "reichere" Gemeinwesen im Gegensatz zum "roten" Miersdorf, das allerdings auch 1945 den Volkssturm entwaffnete und so Kampfhandlungen abwendete. Die Kriegsschäden blieben gering. Gezielte Bombenabwürfe erfolgten nicht. Dennoch wurden einige Häuser zerstört, deren Bewohner umkamen, als von Berlin abfliegende Verbände sich ihrer Bombenlast entledigten. Ein amerikanisches Flugzeug stürzte in den See, ein anderes ging im Waldgebiet nahe der Zeuthener Heide nieder.


Nach 1945 erreichten zahlreiche Kriegsflüchtlinge Zeuthen und Miersdorf. Sie brauchten Obdach. Große Einfamilien-Villen verwandelten sich durch Teilung in Zwei-und Mehrfamilienhäuser. Der sowjetische Stadtkommandant hatte seinen Sitz in Wildau genommen. Von dort kamen die Anweisungen des SMAD (Sowjetische Militäradministration) an die Bürgermeister. 1947 wurde der sowjetische friedhof an der Dorfstraße vor dem Rathaus Miersdorf angelegt. Hier Ruhen 449 Tote, davon 234 namentlich bekannte, die in den letzten Kämpfen um Berlin im April/Mai 45 gefallen waren. Zu den befehlen der SMAD gehörte die Enteignung ehemaliger aktiver Nazis und Kriegsgewinnler. Betroffen waren auch einige Vereine vor allem am Zeuthener See, doch auch in Miersdorf.


1951 wurde die S-Bahnlinie Grünau-Königs Wusterhausen elektrifiziert. Damit war der Vorort an das Berliner Nahverkehrsnetz angeschlossen.


Als sich 1957 die Gemeinden zusammenschlossen, wurde das Miersdorfer Rathaus überflüssig. Darin wurde eine Hals-Nasen-Ohrenklinik untergebracht, die bis zum Jahr 1990 sehr erfrolgreich für den Norden des Kreises Königs Wusterhausen arbeitete. Mit dem Ausbau des Regierungsaperates der DDR holte man unzählige neue Mitarbeiter aus den Bezirken nach Berlin. Wieder brauchte man Quartiere. Da die Stadt selbst unter Wohnungsmangel litt, mußten in den Randgenmeinden Unterünfte gesucht werden. So auch in Zeuthen. Die Situation erforderte im Ort neuen Wohnraum zu schaffen. Das Geschah in den 80er Jahren in der Heinrich-Heine Straße. In diesem Neubauviertel entstand Zeuthens erste größere Kaufhalle und eine moderne Kindertagestätte.


Zeuthen hatte immer einen wachsenden Wohungsbedarf, denn wer einmal hier ansässig war, wollte nicht wieder wegziehen.



Seite aktualisiert am: 23.01.2008 ,   Quelle: Hans-Georg Schrader, Ortschronist   



  

[ Index ]

  © 2003 - 2017 by Michael Liedtke     Navigation Navigation  

www.koenigswusterhausen.de -:- Lokschuppen-Zeuthen -:- www.schlesische-eisenbahnen.de